Neurologie – die Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts

Neurologie

Der Mensch hat mehr als 100 Milliarden Nervenzellen, die für Wahrnehmung, Bewegung, Denken, Sprechen und Fühlen zuständig sind. Die Neurologie ist der Zweig der Medizin, der sich mit diesen spezialisierten Zellen beschäftigt, Neurologinnen und Neurologen erforschen und behandeln Störungen oder Krankheiten dieses hochkomplexen Systems. Sie haben mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern zu tun, darunter Epilepsie, Parkinson und Multiple Sklerose, sie diagnostizieren Alzheimer und andere Demenzen und untersuchen, ob es sich bei Kopfschmerzen um Clusterkopfschmerz oder Migräne handelt oder ob der Schmerz auf eine schlimmere Erkrankung wie etwa einen Hirntumor hinweist. In der Stroke Unit versorgen sie Patienten, deren Gehirn durch ein geplatztes Gefäß oder ein Blutgerinnsel in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Eine starkes Netzwerk: die Deutsche Gesellschaft für Neurologie

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In Deutschland und auch international genießt die Neurologie ein hohes Ansehen, die Fachrichtung kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Über 12.300 Neurologinnen und Neurologen sind in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) organisiert, der größten neurologischen Fachgesellschaft in Europa. Mehr als 6000 von ihnen arbeiten aktiv in Klinik oder Praxis, die Zahl der von ihnen behandelten Patienten beträgt rund eine Million.

Lange Zeit wurde die Neurologie als eine medizinische Fachrichtung betrachtet, die Krankheiten zwar diagnostizieren, aber kaum wirksam behandeln konnte. Das hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert grundlegend geändert. Effektive Behandlungsmethoden für Schlaganfall und Multipole Sklerose wurden gefunden und wirksame Medikamente entwickelt, mit denen lange unheilbar scheinende Krankheiten behandelt werden können. Vor allem durch neue bildgebende Verfahren sind Aufbau und Funktion des Gehirns besser erforschbar und können so auch besser behandelt werden. Auch in der Notfallmedizin spielen Neurologinnen und Neurologen mittlerweile eine wichtige Rolle. So gehört die Neurologie inzwischen zu den rasch wachsenden medizinischen Disziplinen, man nennt sie auch die Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts.

Lange Zeit war der Facharzt für Nervenheilkunde (Nervenarzt) sowohl für psychiatrische Erkrankungen wie auch für solche des Nervensystems zuständig. Mittlerweile gibt es die Weiterbildung zum Nervenarzt nicht mehr, die Disziplinen Psychiatrie (für seelische Krankheiten) und Neurologie (für die organischen Erkrankungen des Nervensystems) haben sich auseinanderdifferenziert, sind aber immer noch eng miteinander verbunden.

Ärztinnen und Ärzte auf den neurologischen Stationen in Deutschland behandeln pro Jahr etwa eine Million Patienten. Sie therapieren unspezifische Krankheiten wie Migräne oder Polyneuropathie ebenso wie degenerative Erkrankungen (etwa Parkinson) und Autoimmunkrankheiten(Multiple Sklerose, MS). Neue Behandlungsverfahren, wie etwa die Lyse, ermöglichen heute bei einem Schlaganfall bessere Therapiemöglichkeiten und damit auch wesentlich verbesserte Aussichten auf Heilung. Die Stroke Unit als Teil der neurologischen Station ist in der Klinik dafür zuständig.

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